Lochsite Schwanden_Thomas Buckingham

Tschechische Delegation lässt sich vom Welterbe Sardona inspirieren

Sechs Fachpersonen aus dem Geopark Ralsko in Tschechien haben im Rahmen eines Austauschprojektes Schweiz-Tschechien während zweier Tage das UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona besucht. Im Zentrum des Austauschs standen die geotouristische Vermittlung, die Ausbildung von GeoGuides sowie die Zusammenarbeit mit Tourismus, Schulen, Politik und Verwaltung.

Die Delegation setzte sich aus der Direktorin des Geoparks Ralsko, drei Projektleiterinnen – darunter eine Übersetzerin –, einem Geologen und einer Tourismusspezialistin der Destination Máchův kraj zusammen. Während ihres Aufenthalts lernten die Gäste die besondere Landschaft und Geologie des Welterbes Sardona kennen. Zudem führten sie Gespräche und Interviews mit Fachpersonen aus Tourismus und Bildung.
Begleitet wurde die Delegation unter anderem vom Welterbe-Geologen Thomas Buckingham, der zugleich die Schweizerische Geo-Erbe-Kommission der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) und den Verein Swiss Geoparks vertrat. Weitere Fachpersonen aus Schweizer und grenzüberschreitenden Pärken brachten ihre Erfahrungen in den Austausch ein.

Grosses Interesse an den GeoGuides
Besonders interessierten sich die tschechischen Gäste für das GeoGuide-Modell des Welterbes Sardona. Seit über 20 Jahren bildet die Welterberegion touristische Vermittlerinnen und Vermittler aus, welche Zusammenhänge zwischen Geodiversität, Biodiversität und kultureller Vielfalt verständlich und erlebnisorientiert vermitteln. Die GeoGuides führen jährlich fast 300 Exkursionen und Veranstaltungen mit mehreren Tausend Gästen durch.
Der Geopark Ralsko plant den Aufbau einer ähnlichen Ausbildung in Tschechien. Gleichzeitig möchte er seine Zusammenarbeit mit Schulen, Tourismusorganisationen sowie politischen und administrativen Stellen ausbauen. Diese Themen gehören auch im Welterbe Sardona seit dessen Anfängen zu den zentralen Aufgaben.

Vermittlungsangebote im Gelände untersucht
Zum Besuchsprogramm gehörten die Besucherzentren in Elm, Glarus und Flims sowie die Lochsite in Schwanden. Die Besucherzentren waren für die tschechische Delegation wichtige Anschauungsbeispiele für eine gelungene Wissensvermittlung. Mit ihren interaktiven und abwechslungsreichen Angeboten zeigen sie, wie sich auch komplexe geologische Zusammenhänge auf verständliche und spannende Weise einem breiten Publikum näherbringen lassen. Als wichtige Vermittlungsorte des Welterbes bieten sie damit wertvolle Anregungen für die Entwicklung entsprechender Angebote im Geopark Ralsko. Oberhalb von Flims erkundete die Delegation zudem das durch den neuen FlemX erschlossene Gebiet mit Blick auf den Flimser Bergsturz, das Martinsloch und die Segnes-Schwemmebenen.

Vor Ort wurden unterschiedliche Ansätze der Landschafts- und Geologievermittlung diskutiert. Im Vordergrund standen verschiedene Formen der Beschilderung, die geeignete Vermittlungstiefe und Komplexität für unterschiedliche Zielgruppen sowie die Entwicklung und Planung touristischer Angebote.

Der Besuch bildet den Auftakt für eine längerfristige Zusammenarbeit. Im kommenden Jahr sind zwei Delegierte des Welterbes Sardona zu einem konkreten Austausch über die Ausbildung und den Einsatz von GeoGuides nach Tschechien eingeladen.

24. September 2026

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