Fragen & Antworten

Falls Sie die Antwort auf Ihre Frage nicht finden, stehen wir Ihnen natürlich auch gerne telefonisch unter +41 81 723 59 20 oder via E-Mail an info@unesco-sardona.ch zur Verfügung.

Wo kann ich das Welterbe Sardona sehen?

Die Tektonikarena Sardona ist über 300 kmgross und sehr vielfältig. Entsprechend gibt es keinen Ort, an dem man sämtliche Aspekte des Welterbes vollumfänglich erfassen kann. Es lohnt sich daher, die Welterberegion mehrfach zu besuchen. Eine Entscheidungshilfe bietet die Übersicht über die Ausflugsziele.

Eine gute Variante, das Welterbe Sardona umfassend zu erleben, bietet der Sardona-Welterbe-Weg.

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Was ist bei der Tektonikarena Sardona so speziell?

Nirgendwo auf der Welt kann man besser erkennen, wie Gebirge entstehen. Im gesamten Welterbegebiet kann man verschiedenste Gebirgsbildungsphänomene entdecken, z.B. Deckenüberschiebungen, Falten oder Brüche. Die 200-jährige spannende Forschungsgeschichte im Welterbegebiet hat unter anderem dazu geführt, Deckenüberschiebungen als wichtigsten gebirgsbildenden Prozess zu identifizieren. Noch heute wird im Welterbegebiet Forschung betrieben. Längst nicht alle Geheimnisse der Entstehung von Gebirgen sind gelüftet …

Das Welterbe Sardona bietet aber auch wunderschöne ursprüngliche und vielfältige Landschaften zum Wandern.

Was bedeutet die Auszeichnung als UNESCO-Welterbe?

Die Bezeichnung der Tektonikarena Sardona als UNESCO-Welterbe bedeutet, dass dieses Gebiet weltweit einzigartig und unversehrt ist. Entsprechend sind Schutz und Erhaltung dieses einzigartigen Naturphänomens im Interesse der gesamten Menschheit.

Die Auszeichnung als Weltnaturerbe ist die höchste Auszeichnung, welche einem Naturwert weltweit verliehen werden kann. Sie stellt für die ganze Region eine grosse Anerkennung dar, bedeutet jedoch auch die Verpflichtung, das Gebiet zu schützen und für künftige Generationen zu erhalten.

Wann fand die Alpenbildung statt?

Vor rund 100 Mio. Jahren begann sich Afrika auf Eurasien zuzubewegen. Später folgte die Kollision der adriatischen Platte mit dem iberischen Mikrokontinent, und erst vor ca. 35 Mio. Jahren dann die Kollision der iberisch-adriatischen («afrikanischen») Platte mit der europäischen. Die eigentliche Bildung der Glarner Alpen (bzw. Helvetikum) begann daher vor ca. 35–30 Mio. Jahren mit der Kollision dieser beiden tektonischen Platten.

Wie wurden die Alpen aufgetürmt?

Zuerst: Der Begriff «Alpenfaltung» gehört in die Mottenkiste. Die Alpen wurden nämlich hauptsächlich durch die Überschiebung von Gesteinspaketen (Decken) bei der Kollision von Europa und Adria/Afrika gebildet. Die Deckenüberschiebungen sind für Laien – mit Ausnahme im Welterbe Sardona! – meist weniger gut erkennbar. Die an vielen Orten gut sichtbaren, teils spektakulären Gesteinsfalten wurden infolge der grossen Deckenüberschiebungen gebildet, oft ging Überschiebung und Verfaltung Hand in Hand. Diese Prozesse führten zur Verdickung und Anhebung der Erdkruste – ein Gebirge entstand.

Wachsen die Alpen heute noch?

Jein… Die Hauptphase der Alpenbildung fand vor etwa 35 bis 20 Mio. Jahren statt. Noch heute werden einige Alpengipfel jedes Jahr etwas höher, die Hebungsraten im Gebiet betragen 0.5 bis 1.5 mm /Jahr. Im allgemeinen werden die Berge aber wegen der gleichzeitig einwirkenden Erosion (Gebirgsabtrag) nicht mehr höher.

Übrigens: Man geht heute davon aus, dass die Alpen nie wesentlich höher waren als heute. Achttausender hat es also in der Tektonikarena Sardona wohl zu keiner Zeit gegeben, da der Gebirgsabtrag durch Gletscher, Wasser, Wind und Wetter der Gebirgshebung stark entgegen wirkte.

Wie alt sind die Gesteine in der Tektonikarena Sardona?

Der Reichtum an vielfältigen Gesteinen ist in der Tektonikarena Sardona sehr hoch. Die verschiedenen Gesteine wurden zu ganz unterschiedlichen Zeiten und unter ganz unterschiedlichen Bedingungen gebildet resp. abgelagert. Die ältesten Gesteine in der Tektonikarena Sardona findet man im sog. «Fenster von Vättis». Die dortigen Gneise sind über 300 Mio. Jahre alt. Die 250–300 Mio. Jahre alten Verrucano-Gesteine wurden im Wüstenklima abgelagert. Die Kalke stammen von Ablagerungen im alpinen Tethysmeer, welches das Gebiet über viele Millionen Jahre überdeckte. Vor rund 35–50 Mio. Jahren wurden die Flyschgesteine in den letzten Meerbecken abgelagert. Aus diesen Gesteinen gewinnt man den Glarner Schiefer.